Pressemitteilung Blauen Kreuz in Deutschland e.V.

September 2002

zurück zum BK

 

 

Suchtkranke wünschen Hausbesuche

Bundesministerium für Gesundheit fördert Ausbildungsprojekt

Suchtkranke Menschen und ihre Angehörigen wünschen sich Hausbesuche, so das Ergebnis neuester Studien. Auch wurde bestätigt, dass die meisten Hausbesuche sich motivierend auf die Hilfesuchenden ausgewirkt haben.

Diesen Erkenntnissen trägt das Blaue Kreuz in Deutschland e.V. zusammen mit dem Blauen Kreuz in der Ev. Kirche Rechnung. Ein gemeinsames Projekt soll die Situation suchtkranker Menschen in Deutschland verbessern. Ehrenamtliche Suchtkrankenhelfer werden vorbereitet, Hausbesuche bei den Suchtkranken durchzuführen, die den Weg zu den professionellen Stellen der Suchtkrankenhilfe nicht wagen. Ziel ist, Suchtkranke zu motivieren, den Weg aus der Sucht zu finden sowie über Hilfsangebote zu informieren.

Dem Projekt, das durch das Bundesministerium für Gesundheit gefördert wird, ist eine umfangreiche Studie vorausgegangen, um die Situation suchtkranker Menschen in Deutschland zu erfassen. Ergebnis war, dass nur ca. zehn Prozent der Suchtkranken mit dem professionellen Angebot erreicht werden. Durch das Projekt soll Suchtkranken der Zugang zum vorhandenen Hilfesystem verbessert werden.

In vier Seminarblöcken an verschiedenen Orten Deutschlands, werden die meist langjährig tätigen Suchtkrankenhelfer auf diese spezielle Aufgabe vorbereitet. Im Rollenspiel und anderen praktischen Übungen können die Teilnehmer Theorie und Praxis verbinden und ihre eigenen Erfahrungen reflektieren. Themen sind zum Beispiel Gesprächsführung, Motivation, Umgang mit Konflikten und Widerständen, Nähe und Distanz, rechtliche Grundlagen des Hausbesuchs u.a. Auch werden die Helfer ermutigt, sich im Anschluss an die Ausbildung gegenseitig bei der Verarbeitung mancher schwieriger Gesprächsituationen zu begleiten.

Die Projektreihe, die bereits im Herbst 2001 begonnen wurde und bis Ende 2002 läuft, wird gut von den Teilnehmern angenommen. Viele haben sich auf den Weg gemacht und sind Bindeglied im Netzwerk ehrenamtlich und professioneller Suchtkrankenhilfe geworden.

Weitere Informationen:
Blaues Kreuz in Deutschland e.V.
Öffentlichkeitsarbeit
Postfach 20 02 52
42202 Wuppertal

Telefon: 0202-62 003-0
Fax: 0202-62 003-81
E-Mail: bkd@blaues-kreuz.de

 

zurück zum BK