Leseprobe Oktober 2007


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Der Lufterfrischer

Es war an einem Wochenende. Ich war spät abends zurückgekommen, müde von einer langen Autofahrt. Als ich das Haus betrat, kam meine Frau auf mich zu und sagte unglücklich: „Hier ist so viel schief gelaufen. Da ist eine Schranktür aus der Halterung gefallen, in der Toilette läuft ständig das Wasser, und der Kühlschrank ist plötzlich kaputt …“

Ich hatte mich auf ein ruhiges Wochenende gefreut. Nun sah ich ärgerlich auf all die Unbequemlichkeiten.

Am nächsten Tag guckte ich weiter brummig vor mich hin, während ich die Toilette umarmte, um an ihrer Rückseite eine Schraube festzuziehen. Ich hätte mich gerne ausgeruht oder einen Spaziergang gemacht oder mit den Kindern gespielt. Statt dessen saß ich mit meiner Werkzeugkiste an der stinkenden Toilette und ärgerte mich. Sätze, die mit einem „Ich“ begannen, strömten inzwischen fast so rasch aus mir heraus wie das Wasser hinten aus der Toilette.

Dann aber erinnerte ich mich daran, wie meine Frau und ich darum gebetet hatten, dass Gott uns gerade dieses Haus schenken möge. Und plötzlich fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Wohin hatte ich mich verirrt? So begann ich, ihm zu danken, für das Haus, meine Familie, meinen Arbeitsplatz ... Plötzlich konnte ich gar nicht mehr aufhören damit. Immer mehr Dinge fielen mir ein, für die ich Gott von Herzen dankbar war. Und auf einmal erfüllte mich ein tiefer Friede. Jetzt gelangen auch die Reparaturen. Dankbarkeit macht die Arbeit einfacher.

An diesem Wochenende entdeckte ich, dass Dankbarkeit ein wunderbares Vorrecht ist für einen Menschen, der Gott lieb hat. Seitdem bezeichne ich sie gern als geistlichen „Lufterfrischer“. Sie ersetzt den schalen Geruch der Verdrossenheit und Unzufriedenheit durch ein wunderbar duftendes Parfüm.

Gary Thomas
aus:
Stimme des Glaubens, 4-2005

Fragen zum Schwerpunktthema dieser Ausgabe "Danken":

  1. Welchen Stellenwert nimmt der Dank gegenüber Menschen und Gott in Ihrem Leben ein?
  2. Kennen Sie Situationen, in denen Sie zunächst murrten oder ärgerlich waren, im Nachhinein Gott jedoch danken konnten?
  3. Was hindert Sie daran, zu danken?
  4. Welche positiven Auswirkungen hat das Danken in Ihrem Leben?
  5. Wofür haben Sie in Ihrem Leben / Ihrem Alltag Grund zum Danken?



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