Leseprobe September 2007 |
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„Alkoholiker sind Penner“, wenn die 16- jährige Susanne (Name von der Redaktion geändert) dieses Vorurteil hört, schmerzt sie das sehr. Ihr Vater ist alkoholkrank, aber er ist doch kein Penner, weiß sie. Durch die Hilfe des Blauen Kreuzes hat er es geschafft, seine Sucht zu überwinden.
Um den Vorurteilen entgegen zu wirken, entscheidet sich Susanne in der Schule für einen Vortrag zum Thema „Alkoholismus, Suchtverlauf und Hilfsangebote“. Durch ihre Eltern und die Kontakte zum Blauen Kreuz fällt es ihr leicht, Informationen und Materialien zu beschaffen.
Doch als Susanne vor ihren Klassenkameraden steht und referiert, ist sie ziemlich aufgeregt. Erst recht als ihr Lehrer sie unterbricht und fragt: „Sollte man einen Alkoholkranken auf sein Suchtproblem ansprechen?“
Spontan, vielleicht etwas unüberlegt antwortet Susanne: „Nein, ich werfe ihnen ja auch kein Alkoholproblem vor, obwohl sie vielleicht so aussehen.“ Im Klassenzimmer herrscht absolute Ruhe. Der Lehrer bittet Susanne, mit ihrem Vortrag fortzufahren.
Als sich die Schülerin nach dem Referat erleichtert wieder auf ihren Platz setzt, spricht die Banknachbarin sie an: „Weißt du überhaupt, was du da gerade gesagt hast?“ „Nein“, antwortet Susanne fragend. „Du hast unseren Lehrer als Alkoholiker bezeichnet.“ Susanne schüttelt den Kopf: „Nein, das habe ich nicht. Jedenfalls habe ich es nicht so gemeint.“
Einige Wochen später – Susanne hatte ihr Referat über Alkoholsucht fast vergessen – erfährt sie vom Schulleiter, dass ihr Lehrer für die nächsten Wochen krank geschrieben ist. Aufgrund einer Bemerkung eines Schülers sei er sich über sein Alkoholproblem klar geworden und habe sich für eine Entwöhnungsbehandlung entschieden, so der Direktor zu Susanne
BK