Alkoholprobleme erkennen
Veränderungen im Verhalten beobachten
Mitarbeiter mit Alkoholproblemen werden in drei Bereichen auffällig: im Arbeits- und Sozialverhalten, sowie im äußeren Erscheinungsbild.
Die Auffälligkeiten müssen nicht alle gleichzeitig auftreten. Oft fehlt sogar das eindeutigste Merkmal – die „Fahne“. Gerade aus diesem Grund gilt es, die Wahrnehmung zu schärfen und den Mitarbeiter frühzeitig auf die Veränderungen anzusprechen.
Mögliche Auffälligkeiten im Arbeitsverhalten
- häufige Fehltage, die als Kurzerkrankungen ohne ärztlichen Nachweis meistens durch Dritte entschuldigt werden;
- unentschuldigtes Fehlen, das nachträglich mit einem Urlaubstag abgegolten werden soll;
- fehlerhafte Arbeitsergebnisse und Arbeitsrückstände;
- aktive Phasen mit nachfolgendem deutlichem Leistungsabfall;
- uninteressiert an Arbeitsabläufen oder auch überengagiert, wenn er Arbeitsvorhaben nicht aus der Hand geben kann;
- mit vielen Arbeitsaufgaben gleichzeitig beschäftigt, aber nicht nachvollziehbar für Dritte;
- Termine werden versäumt, Unzuverlässigkeiten häufen sich;
- fahrig, unkonzentriert, nervös – vor allem vor
Arbeitspausen und vorm Arbeitsende;
- entfernen vom Arbeitsplatz während der Arbeit, oft irgendwie unterwegs;
- vorgezogenes Arbeitsende oder auch Anhäufung von nicht vereinbarten Überstunden;
- Überziehen der Pausen und unregelmäßiger Arbeitsbeginn.
Mögliche Auffälligkeiten im Sozialverhalten
- Aggressivität tritt einerseits ohne nachvollziehbaren Anlass auf, andererseits dann, wenn Kritik geäußert wird;
- die Person kann nicht mehr zwischen sachbezogener und persönlicher Kritik unterscheiden, bezieht zunehmend alles auf sich; eigene Fehler werden abgewehrt und geleugnet;
- schuld sind auf jeden Fall die anderen, entweder konkrete Personen oder die widrigen Umstände – die Eigenverantwortung lässt erheblich nach;
- Problemperson zieht sich zurück, meidet Kontakte zu anderen; in der direkten Begegnung wird der Blickkontakt vermieden;
- oder Kontakte werden zu allen gepflegt, keine Gelegenheit zur Unterhaltung wird ausgelassen, vor allem Feste und Feiern ziehen die betroffene Person magisch an;
- häufig werden einige wenige Kontaktpersonen gesucht und gefunden, denen Einblicke in das Privatleben gewährt werden, auf der Suche nach Trost, Mitleid und Verständnis;
- in Konfliktsituationen, in denen sich die oder der Betreffende in die Enge getrieben sieht, kann es zu erpresserischem Verhalten kommen – gelegentlich werden sogar Selbstmordgedanken geäußert;
- wenn das Geld immer knapper wird, werden Kollegen um finanzielle Unterstützung gebeten;
- im Laufe der gesamten Wesensveränderung tritt zunehmend ein negatives Denken für alle Lebensbereiche auf, verbunden mit einer restriktiven Haltung zu allgemein gesellschaftspolitischen Fragestellungen.
Mögliche Auffälligkeiten im äußeren Erscheinungsbild
- ungepflegtes Erscheinungsbild, zum Beispiel nachlässige Kleidung, mangelnde Körperpflege oder im Gegenteil: übermäßig geschminkt und betont auf das äußere Erscheinungsbild achtend;
- aufgedunsenes Gesicht, gerötete Gesichtsfarbe;
- glasige Augen;
- Gleichgewichtsstörungen beim Gehen oder auch überkontrolliertes Gehen;
- verlangsamte, verwässerte Sprache;
- häufige Schweißausbrüche und ständiges Lüften;
- übermäßige Müdigkeit;
- Alkoholfahne, die eventuell bereits am Morgen vorhanden ist;
- Alkoholfahne, die mit reichlich Rasierwasser oder Raumdüften oder Mundsprays oder Bonbons und Kaugummis übertüncht und damit kaschiert wird;
- Zittern der Hände.
Mit freundlicher Genehmigung der DHS
www.dhs.de
Fragen zum Schwerpunktthema dieser Ausgabe „Alkohol am Arbeitsplatz“:
- Kennen Sie Kollegen, die einen riskanten Alkoholkonsum aufweisen?
- Wie würden Sie diesen Mitarbeiter auf sein Problem aufmerksam machen?
- Welche Argumente sprechen dafür den Alkoholmissbrauch des Kollegen offen anzusprechen?
- Wie schützen Sie sich selbst davor, in Zeiten der Belastung am Arbeitsplatz zum Suchtmittel zu greifen?
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