Leseprobe Januar 2005


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Partner im Kampf gegen Sorgen

Sammle deine Sorgen nicht, wirf sie weg! Alle eure Sorge werft auf Gott; denn er sorgt für euch (1. Petrus 5,7).

Jahrelang stand ein Buch auf den Bestsellerlisten der Sachbücher ganz oben. Der Titel dieses weltweit so überaus erfolgreichen Buches ist eine schlichte Empfehlung: „Sorge dich nicht, lebe!“ Wenn so viele Menschen sich von dieser Empfehlung angesprochen fühlten, dann hatten sie wohl alle ein Problem: wie sie mit den täglichen Sorgen fertig werden könnten, wie sie die damit verbundenen Lasten abschütteln und endlich wieder befreit aufatmen könnten.

Für viele Menschen sind Sorgen zu einem beständigen Begleiter ihres Lebens geworden: Quälgeister, die sich wie Kletten in ihrer Seele festhaken, die ihre Gedanken beherrschen und Zuversicht in Zukunftsangst verwandeln: die Sorge vor dem Alter, den schwindenden Kräften, dem Alleinsein, die Sorge um den Arbeitsplatz, die Sorge um den Weg der Kinder, die Eltern nur noch schlecht schlafen lässt, die Panik nach einer Krebsdiagnose des Arztes, und neben den ganz persönlichen Sorgen die weltweiten Erschütterungen: die Angst vor Terror und Gewalt, vor zunehmender Kriminalität und abnehmendem Wohlstand.

Wie schön wäre es, wenn wir alle diese Sorgen wie lästigen Staub aus den Kleidern schütteln könnten. Wenn wir sie nach der Devise „Sorge dich nicht, lebe!“ einfach nur nicht beachten müssten, um uns des eigenen Lebens wieder unbeschwert freuen zu können. Aber so einfach geht es leider nicht. Der Vers aus dem 1. Petrusbrief zeigt uns einen anderen Weg. Er macht uns deutlich: Ihr habt einen starken Bündnispartner im Kampf gegen oft bedrückende Macht der Sorgen. An ihn könnt ihr euch wenden, egal wie läppisch oder lähmend sie sein mögen. Er verspricht, immer und überall für euch da zu sein: Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch!

Das ist ein starkes Wort: Werft eure Sorgen auf Gott! Fresst sie nicht in euch hinein. Lasst euch nicht von den eigenen Sorgen in den Schwitzkasten nehmen, sondern werft sie mit all eurer Kraft auf Gott. Bestürmt Gottes Herz mit der leidenschaftlichen Bitte, sich eurer Sorgen anzunehmen.

Ich weiß nicht, wie zaghaft oder zuversichtlich, wie zögernd oder zutrauend Ihre Gebete sind. Ich spüre aus diesem Bibelwort den starken Impuls, hartnäckig und entschlossen Gott zu bestürmen, sich der eigenen Sorgen und Nöte anzunehmen. Mag sein, dass wir solch leidenschaftliches, erwartungsvolles Beten verlernt haben, dass unsere Zweifel oft größer sind als unser Vertrauen in Gottes Macht.

Aber es hilft uns nur weiter, Gott beim Wort zu nehmen und ihn an sein Versprechen zu erinnern, „ihm“, wie Martin Luther es einmal formuliert hat, „den Sack seiner Verheißungen vor die Füße zu werfen“. Nur so können wir neu erfahren, dass Gott tatsächlich unsere Gebete erhört und uns hilft. Selbst wenn dadurch unsere Sorgen nicht einfach verschwinden, so werden sie ihr niederdrückendes Gewicht verlieren. Wir können wieder aufatmen.

Klaus Jürgen Diehl
aus: Frohe Botschaft 3-9/04

Fragen zum Schwerpunktthema dieser Ausgabe „Umgang mit Sorgen“:

  1. Was macht Ihnen persönlich am meisten Sorgen?
  2. Wie gehen Sie mit Sorgen um?
  3. Haben Sie schon einmal erlebt, wie Gott Ihnen Sorgen abnahm?
  4. Wo konnten Sie schon einmal jemandem helfen, sich nicht so viele Sorgen zu machen?


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