Leseprobe April 2003


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Die Hoffnung stirbt zuletzt

Warum Ostern das bedeutendste Ereignis der Weltgeschichte ist

Das Hoffen gehört zum Leben wie das Atmen. Kinder hoffen, abends etwas länger aufbleiben zu dürfen. Ein junges Pärchen hofft, ein gesundes Kind zu bekommen. Ein Arbeitsloser hofft, bald wieder eine Arbeitsstelle zu finden. Häuslebauer hoffen, problemlos ihr Haus abzahlen zu können. Altgewordene Menschen hoffen, vor schwerer Krankheit verschont zu bleiben.

Die Palette der Hoffnungen ließe sich fortsetzen. Und wie schwer auch bestimmte Lebenskrisen sein mögen, Hoffnungen helfen, nicht aufzugeben. Denn: "Die Hoffnung stirbt zuletzt!" - eine treffende Redewendung unserer Tage. Sie wird gerne gebraucht, wenn Menschen trotz widriger Lebensumstände die Hoffnung nicht aufgeben. Wie schön, wenn sich dann schließlich Hoffnungen erfüllen.

Manchmal stirbt die Hoffnung zu früh

Bei einer Blaukreuz-Besinnungswoche lernte ich einen jungen alkoholkranken Mann kennen. Er hatte aufgehört mit dem Trinken und wollte sein Leben ohne Alkohol neu aufbauen. Wenige Monate später wurde er rückfällig und zur Entgiftung ins Krankenhaus eingeliefert. Dort fand man ihn eines Morgens aufgehängt. Warum? Ich weiß es nicht. Vielleicht hatte er durch den Rückfall keine Hoffnung mehr, dauerhaft ohne Alkohol leben zu können. Ein amerikanischer Diplomat, der sich das Leben nahm, schrieb in einem Abschiedsbrief: "Ich muss mich töten, weil ich ohne Hoffnung nicht leben kann." Wer keine Hoffnung mehr hat, gibt auf. Manchmal stirbt die Hoffnung viel zu früh.

Die Hoffnung, die nicht stirbt

Hoffnungen bestimmen unser Leben, machen uns immer wieder Mut und verleihen uns Kraft. Deshalb möchte ich von einer einzigartigen Hoffnung berichten, die ihre Wurzeln im Osterfest hat.

Jesus, der Sohn Gottes, war am Karfreitag vor knapp 2.000 Jahren als Verbrecher hingerichtet worden. Die Anhänger Jesu mussten scheinbar alle Hoffnungen, die sie auf Jesus gesetzt hatten, begraben. Doch am darauf folgenden Sonntag auferweckte Gott seinen Sohn Jesus.

Als Auferstandener begegnete Jesus seinen Jüngern: "Ich lebe und ihr sollt auch leben", erklärte er seinen völlig verblüfften Nachfolgern. Anfangs konnten sie es nicht glauben. Doch dann wurde es zur Gewissheit: "Jesus hat den Tod überwunden!"

Der lebendige Gott ist stärker als der Tod. Sein Sohn ist vom Tod auferstanden. Deshalb keimte die Hoffnung auf, dass es ein ewiges Leben in Gemeinschaft mit Gott gibt.

Was bedeutet die Auferstehung Jesu für uns?

Jesu Tod am Karfreitag war kein jämmerliches Scheitern eines selbst ernannten Nationalhelden. Am Kreuz starb Jesus für unsere schuldbeladene Vergangenheit, damit jeder ein neues Leben beginnen kann. Das wurde von Gott am Ostermorgen durch die Auferstehung Jesu eindrucksvoll bestätigt.

Karfreitag war eben nicht das Ende, sondern der Anfang. Gott versöhnt sich mit den Menschen. Er richtete seinen Sohn an unserer Stelle hin und nimmt heute jeden an als seinen Sohn, seine Tochter. Jesu Auferstehung bedeutet auch: Der Tod hat nur noch das vorletzte Wort. Das letzte Wort spricht Gott. Er wird jeden auferwecken zu ewigem Leben.

Das bedeutet weiter: Das Leben ist nicht sinnlos! Es ist nicht irgendwann alles aus. Ich kann mich vom Geber des Lebens geliebt wissen und gebe weiter, was er mir schenkt. Von ihm komme ich, zu ihm gehe ich. Weil Jesus den Tod überwunden hat, kann mich nichts und niemand mehr von Gottes Liebe trennen - nicht einmal der Tod. Ich bin und bleibe in Gottes Hand, im Leben und im Sterben. Deshalb ist die Auferstehung Jesu das bedeutendste Ereignis der Weltgeschichte. Es ermöglicht ewiges Leben mit Gott!

Petrus, einer der über 500 Zeitzeugen der Auferstehung Jesu, schrieb: "Gott hat uns durch die Auferstehung Jesu wiedergeboren zu einer lebendigen Hoffnung." Eine Hoffnung, die nicht stirbt. Eine Hoffnung voller Leben. Eine Hoffnung, die sich erfüllt.

Vor dem Hintergrund des Ostergeschehens formulierte einst der Theologe Ernst Modersohn: "Gott kennt dein Gestern. Gib ihm dein Heute. Er sorgt für dein Morgen." Auch dann, wenn es für Sie scheinbar kein Morgen mehr gibt!

Jürgen Naundorff

 

Fragen zum Schwerpunktthema dieser Ausgabe "Die Bedeutung von Ostern":

  1. Welche Hoffnungen bestimmen zurzeit Ihr Leben?
  2. Welche Hoffnungen erfüllten sich in Ihrem Leben nicht?
  3. Was bedeutet Ihnen Jesu Auferstehung von den Toten?
  4. Was erhoffen Sie sich von Gott?

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